Wovor der heiße Wind warnt

                ein Märchen der Indios, nacherzählt von Karin Quäckber

Vor sehr, sehr langen Jahren, als die Indianer auf ihrem Kontinent noch nicht dem europäischen Einfluss unterlagen und kein Weißer seinen Fuß widerrechtlich auf ihr Land gesetzt hatte, lebte einst ein Stamm in einem Gebiet mit sehr fruchtbaren Jagdgründen. Das Wasser in den Flüssen war so klar, dass sogar die silbrigen Schuppen vom Kabeljau, Forelle oder Lachs deutlich zu erkennen waren. Die Dorfbewohner konnten stets eine ausreichende Mahlzeit fangen ohne die Bestände zu gefährden.

Wenn die Männer auszogen um Renntiere oder Bisons zu jagen, damals zogen diese Tiere noch in großen Herden über die Prärie, so fand ihr Pfeil stets ein Ziel. Selten, dass sie ohne Beute oder nur mit Schlangen oder Kaninchen zu ihren Wigwams zurückkehren mussten.

Währenddessen gruben die Frauen im Boden nach Camasknollen. Eine essbare Wurzel, ähnlich unserer Zwiebel. Sie war das Hauptnahrungsmittel der nördlichen Stämme. In großen Mengen gesammelt und in Gruben geröstet wurde sie zu einem Brei zerstampft, zu Laiben geformt, erneut gebacken und als Vorrat aufbewahrt. Fiel einmal die Camasernte aus, gab es noch Konsewurzeln, Bitterwurzeln, Carum, wilde Karotten und verschiedene andere Wildgemüse. Hinzu kamen noch wilde Beeren, die in der Sonne getrocknet wurden und
ebenfalls eine wichtige Nahrungsreserve darstellten. Je nach Jahreszeit verschieden sammelte sie im nahegelegenen Wald nach Kräutern, Beeren, Samen, Nüssen, Pinienkernen, Hagebutten, Mais, Bucheckern, Esskastanien. Die Eicheln zermalten sie zu einem Mehl und verarbeiteten es zu einer Art Brot.

So lebten sie unbeschwert Jahr für Jahr. Ihr Stamm wuchs zu einer großen Zahl heran.

 

 

 

Nach Ansicht der Indianer gehört die Erde dem Großen Geist, und dem Menschen ist sie
nur in Obhut gegeben. Das Land, das ich nutze, ist nicht mein, es ist mir vom Großen
Geist nur zu meinem Nutzen und zum Nutzen für die Generationen derer, die nach mir
kommen, geliehen.

 

Wir haben nicht das Recht sie in eine (unfruchtbare) Wüste zu verwandeln

 

Wer die Erde nicht respektiert, zerstört sie.

 

Wer nicht alles Leben auf ihr respektiert, selbst jenes des lästigen Insekts und sogar seines eigenen Lebens – wird zum Meuchler an der Natur. Der Mensch glaubt, er sei zum Besitzer, zum Herrscher über die Welt erhoben worden. Jedoch ist das ein Irrtum. Er ist nur ein Teil des Ganzen. Seine Aufgabe ist die eines Hüters, eines Verwalters, nicht die eines Ausbeuters. Der Mensch hat Verantwortung, nicht Macht. Wir denken bei jeder Entscheidung an die siebte der kommenden Generationen. Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Menschen nach uns, die noch ungeborenen Generationen, eine Welt vorfinden, die nicht schlechter ist als die unsere - und hoffentlich besser.

 

Sein
Sinn, sich zu allem Zeit zu lassen, verlieh ihm geistige und körperliche
Gesundheit. Und weil er so handelte und lebte, bescherte ihm der Große Geist
viele Tage. Er wurde alt und lebte ein gutes Leben. Möge es euch auch so
ergehen, meine Freunde.



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