Die Gespensterparty

Pechschwarz ist die Nacht, kein Stern blinkt am Himmel. Selbst der Mond hat seine Vorhänge zugezogen und scheint zu schlafen. Dunkel auch das Kinderzimmer, in dem sich Ilona zum Schlafen niedergelegt hat, aber sie hat es längst aufgegeben in einen erholsamen Schlaf zu fallen. Im Gegenteil, sie ist hellwach! Stets, bevor sie in süße Träume weggleiten kann, wird sie durch seltsame Geräusche aus dem Halbschlaf gerissen. Mal ist es ein Knacken oder Knarren, dann wieder klingt es ähnlich wie das metallische Kratzen einer Gabel, die über den Boden eines Kochtopfes gezogen wird. Ilona kann es nicht deutlich wahrnehmen, denn kaum, dass die Geräusche die vermeintliche Ruhe stören, sind sie auch schon wieder verschwunden. So, als hätte es das unheimliche Knarzen und Knistern nie gegeben. Da, wieder so ein fürchterliches Kreischen ganz in ihrer Nähe. Fast scheint es, als dränge es von allen Seiten auf sie ein. Ilona hatte sich kerzengerade in ihrem Bett aufgerichtet. Mit jedem Ton, der auf sie eindrang, schwoll ihre Angst weiter an. Aber wieder – alles ganz still, nur ihren Herzschlag spürt sie bis zu ihrem Hals hinauf pochen. Da, ein Stöhnen – oder ist es ein Jammern?! Angestrengt lauscht Ilona in das Dunkel hinein. Die Mutter kann es nicht gewesen sein. Nachdem sie ihr eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen hatte, ist sie noch einmal aus dem Haus gegangen um etwas zu erledigen. Sie ist allein im großen Haus und da, schon wieder – ein Knirzen! Nur diesmal ist das Geräusch näher bei ihrem Bett gewesen. Ilona presst ihren Teddy fester an sich und versucht sich langsam unter ihrer Bettdecke zu verstecken. Sie hat immer Angst im Dunkeln, aber ein Licht nachts leuchten zu lassen duldete die Mutter nicht – zu teuer ...

Ein Weinen dringt an Ilonas Ohr oder ist es die eigene Stimme? Sie weiß nicht mehr, was sie glauben soll. Sie hält es nicht mehr länger aus. Mit einem Satz springt sie aus dem Bett, eilt zum Lichtschalter und dreht ihn vorsichtig herum. Heller Schein flutet den Raum. Da, dicht bei dem Stuhl, auf dem sie immer ihre Kleidung ablegte, hockt ein kleines weißes Etwas. Die durchsichtige Gestalt mit ihren grünen Augen bibbert und zittert, genau wie Ilona auch. Das schlotternde Irgendwas in seinem weißen Fetzen oder ist es ein Umhang, rührt Ilona sehr – erinnert es sie doch an ihre eigene Verfassung. Plötzlich bekommt sie Mitleid mit dem unbekannten, kleinen Ding. Ganz langsam nähert sie sich ihm und mit allem Mut, den sie zur Verfügung noch hat, spricht sie es an: "Wer bist denn du?" …

 

Bald erkennen Ilona und das Gespenst, dass sie die gleiche Angst voreinander hatten. Sie freunden sich miteinander an und besuchen zum Abschluss ein Gruselfest.

 

Ein Abenteuer der besonderen Art

Das Puppenspiel  Ilona und das Gespenstermädchen  setzt sich mit dem Problem der kindlichen Furcht auseinander. Beim anschließenden Nachbau der Gespenster kanalisieren die Kinder ihre Ängste in die Fadenmarionetten und in die Geister am Stab. Beim Improvisieren des Puppenspiels erfahren die Kinder, dass die Schrecken der Nacht gar nicht so schrecklich sind, sondern nur normale Geräusche, auf die wir tagsüber bloß nicht achten.

Natürlich sind die Eltern und die anderen Geburtstagsgäste herzlich eingeladen zum  Zuschauen. 

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Karin Quäckber,

Die Puppenfee

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